Rezept des Monats
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Spaghetti alle Vongole (mit Venusmuscheln)
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Zutaten für 4 Personen (als Vorspeise)
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Zubereitungszeit ca. 60 Minuten (mit dem Reinigen der
Vongole)
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| Zutaten |
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400 g Venusmuscheln mit Schalen
3 Knoblauchzehen (In dünne Scheiben geschnitten)
200 g vollreife Tomaten
350 g Spaghetti
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1/4 Bund Petersilie (flachblättrig)
Gemüsebullion-Pulver oder Salz, Pfeffer
1 ½ dl Olivenöl
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| Zubereitung |
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1.
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Muscheln
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In kaltem Wasser einlegen. Dann jede einzelne Muschel unter
fliessendem Wasser abspülen. Die offenen Muscheln wegwerfen.
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2.
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Tomaten
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Kurz in kochendem Wasser aufwallen und kalt abschrecken.
Enthäuten und in kleine Würfel schneiden
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3.
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Olivenöl
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Die Hälfte des Olivenöls erhitzen und den Knoblauch darin goldig
dünsten. Den Knoblauch danach wieder herausnehmen!
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4.
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Muscheln
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5 Minuten mit geschlossenenem Deckel im Öl garen. Die
Muscheln sollten sich öffnen. Die Geschlossenen am Schluss
entfernen.
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5.
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Muscheln
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Herausnehmen und den Sud filtern. Beides beiseite stellen
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6.
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Petersilie
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Fein hacken
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7.
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Olivenöl
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Genügend Olivenöl erhitzen, die Petersilie und die Tomaten
beigeben. Gut würzen mit Bullion/Salz und Pfeffer. Kurz anbraten
und dann die Muscheln und den Sud beigeben. Ca. 3 Minuten leicht
köcheln lassen.
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8.
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Spaghetti
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Währenddessen in reichlich Salzwasser al dente garen
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9.
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Die Spaghetti mit den Vongole leicht vermengen und in
vorgewärmte Teller portionieren
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Weitere Rezepte folgen!
Die echte Küche der Toskana
Mit der Literatur von Dante, Petrarca und Boccaccio
entstand in der Toskana die moderne italienische Sprache. Dieser
Region verdankt Italien eine gemeinsame Sprache; aber auch Europa
ist der Toskana für den grossen Beitrag zur europäischen Kultur zu
höchstem Dank verpflichtet. In der Toskana entstand und entwickelte
sich zwischen dem 14. und 16. Jahrhundert die grossartige Epoche
des Humanismus und der Renaissance, geistliche Bewegungen, welche
die Kultur und die Kunst der Zeit tiefgreifend erneuerten und in
ganz Europa unauslöschliche Spuren hinterliessen.
Von dieser besonderen historischen Zeit bewahrt die
Region, angefangen von der Hauptstadt Florenz höchste Zeugnisse.
Grosse zivile und religiöse Bauwerke, Skulpturen und malerische
Werke von ausserordentlichem Wert, die von der kreativen Arbeit
grosser Genies wie Leonardo da Vinci, Michelangelo Buonarroti,
Filippo Brunelleschi zeugen.
Toskana bedeutet nicht nur Florenz. Da ist auch Siena mit
seinem wunderschönen Platz, Piazza del Campo, auf dem jeden Sommer
das berühmte Pferderennen stattfindet. In der Provinz Siena (die
u.a. auch für ihre grossen Weine - Chianti und Brunello - bekannt
ist) sind besonders Montepulciano und Pienza, herrliche
Schmuckstücke der Renaissance, und San Gimignano mit seinen
berühmten Türmen und hohen Häusern aus dem Mittelalter
hervorzuheben.
Da ist auf das für seinen schiefen Turm bekannte Pisa
hinzuweisen; Carrara mit dem in edlem Marmor gekleideten Dom; dann
Lucca, Pistoia, Arezzo, Grosseto, Livorno, Prato mit ihren Kirchen
und Denkmälern von grossem architektonischem und künstlerischem
Wert. Die Region ist auch für ihre besonders anmutige Natur ein
beliebtes Reiseziel. Wer vermag es, dieser typischen, einmaligen,
sanften und warmen Landschaft zu widerstehen?
Dieser herrliche Flecken Erde zwischen Apennin und
Tyrrhenischem Meer, reich an Kultur und unvergleichlicher
Landschaft, geprägt von mittelalterlichen Städtchen, grossen
Landgütern und Bauernhöfen, Ziel vieler Sehnsüchte, gilt vor allem
für Feinschmecker als Paradies. So unterschiedlich die einzelnen
Regionen der Toskana auch sind, eines haben sie - kulinarisch
gesehen – gemeinsam: Ihre Küche ist schlicht, genügsam,
unverfälscht, ohne übertriebene Raffinesse. Hier kennt man keine
schweren Saucen, keine überwürzten Gerichte. Im Gegenteil, die
toskanische Küche legt besonderen Wert auf die Zubereitungsformen,
die den Eigengeschmack der Zutaten nicht überdecken, sondern
unterstreichen. Man denke nur an das toskanische Brot: ungesalzen
und mit grober Kruste und duftend...Die Ursprünge der
traditionellen Küche gehen auf die Etrusker zurück, die vor etwa
3000 Jahren das Gebiet der heutigen Toskana besiedelten. Sie waren
das zivilisierteste Volk auf dem europäischen Kontinent und noch
heute zeugen Fresken von der hohen Kultur dieses untergegangenen
Volkes. Die Darstellungen zeigen nicht nur die Zubereitung der
Speisen, zu sehen sind auch grosse Gelage, bei denen die Etrusker
von graziösen Bediensteten Speis und Trank reichen lassen, während
im Hintergrund musiziert wird.
Mit der Ausdehnung der Römischen Republik und dem
Untergang der etruskischen Zivilisation änderten sich auch die
Essgewohnheiten: Es wurde extrem stark gewürzt und alle Speisen
wurden mit einer kräftigen Fischsauce übergossen...Ein Kochbuch mit
Hunderten von Rezepten aus dem Jahre 30 v.Chr. überliefert die
römische Kochkunst damaliger Zeit – allerdings hat keines dieser
Gerichte die Zeiten überdauert...
Als im 5. Jahrhundert germanische Eindringlinge Städte
und Dörfer der heutigen Toskana zerstörten, lebte die Bevölkerung
in grosser Armut. Viele der heute noch typisch toskanischen
Gerichte entstanden aus dieser Zeit. Weil salz wegen der hohen
Steuer für die einfache Bevölkerung unbezahlbar war, wurde auch das
Brot ungesalzen gebacken. Die karge Küche änderte sich im 12.
Jahrhundert, als der Handel wieder Aufschwung nahm, die Städte
aufblühten und die Bevölkerung anwuchs. In den wohlhabenden Häusern
wurden grosse Küchen eingerichtet und die Kochkunst entwickelte
sich weiter. Bereits im 14. Jahrhundert ass man in Florenz mit
Gabel. Im 15. jahrhundert herrschte die Familie Medici über Florenz
und schliesslich über die ganze Toskana. Essen und Trinken wurde
wieder zur kulturellen Angelegenheit.
Heute wird die Küche der Toskana wieder durch ihre
ländliche Tradition bestimmt und viele Gerichte der Armeleuteküche
stehen nach wie vor hoch im Kurs. Einfache Gerichte werden mit
frischen Kräutern wie Petersilie, Basilikum, Minze, Estragon oder
Rosmarin und dem köstlichen Olivenöl zur Delikatesse; die
Verwendung saisonaler frischer Zutaten stehen stets im Vordergrund.
Im Gegensatz zum restlichen Italien ist die Toskana von fremden
Einflüssen relativ unberührt geblieben. Das erklärt auch,
weshalb unter den vielen regionalen Küchen des Landes die
toskanische als besonders typisch gilt. Dabei ist die Küche der
Toskana die vielfältigste in ganz Italien.
Nach wie vor ist die Toskana überwiegend ländlich, es
gibt wenig Industrie, aber immer noch und sogar zunehmend
landwirtschaftliche Kleinbetriebe, die naturbelassen Produkte
anbieten. Wer einmal das delikate Fleisch von Schafen oder das
köstliche Hühnerfleisch aus dieser Region probiert hat, merkt sehr
schnell: das Fundament der toskanischen Küche ist und bleibt das
Grundprodukt. Mehr als in jeder anderen Gegend Italiens hat die
frühere Armut dazu beigetragen, dass die Toskaner aus allem, was im
Laufe des Jahres wächst und gedeiht, das Allerbeste herausholen und
dass sie die einfachsten Gerichte mit viel Phantasie
abwechslungsreich und äusserst schmackhaft zu kochen verstehen.
Neben ihrer Vorliebe für Brot und Hülsenfrüchte
haben die Toskaner noch eine andere Leidenschaft: Sie gelten als
ausgesprochene Fleischliebhaber. Sie geniessen Fleisch auf jede
Art: gegrillt, gekocht und geschmort. Neben den diversen Gerichten
mit Schweine- , Rind- oder Kalbfleisch sowie Lamm, Ziege, Geflügel
und Kaninchen sind Braten oder Ragouts von Wildschwein, geschmorter
Fasan oder Taube weitere regional typische Köstlichkeiten der
toskanischen Küche.
Fisch spielt hauptsächlich in den Küstenregionen der
Toskana eine Rolle. Auch hier gibt es Spezialitäten, die besondere
Beachtung verdienen: So gilt der cacciucco (Fischsuppe) aus
der Gegend von Livorno und die um Pisa hoch geschätzten cee
(Aale)sind ein besonderer Genuss.
Die Toskaner gelten allgemein als ausgesprochene
Individualisten. Es ist nicht so, dass stets ein ganzes Menü, also
antipasto, primo, secondo, dolce gegessen
wird. Je nach Appetit und Laune kann variiert werden und meist
keineswegs unüblich, nur ein antipasto und einen Hauptgang
zu bestellen. Ach ja, die antipasti: Eine toskanische
Vorspeise besteht sehr oft aus einer Portion gemischter Salami und
Schinken mit zwei oder drei crostini.
Essen ist übrigens oft ein eher gesellschaftliches
Ereignis – das bedeutet jedoch nicht unbedingt, Gäste an einer
grossen Tafel zu bewirten. Häufig verabreden sich Freunde zum
Kochen, jeder bringt mit, was er hat, die Mahlzeit wird gemeinsam
zubereitet und anschliessend wird musiziert und gesungen oder es
liegen Karten bereit, um den Tag mit einem Spiel ausklingen zu
lassen.
Abruzzen, die kleine Welt der Genüsse
Meer, Berge, Kunst, Gastronomie, Folklore: das ist in wenigen Worten
das wahre Gesicht der Abruzzen. Diese Region erstreckt sich von den Stränden der
Adria über Wiesen und Wälder bis zu den Felsen und Schneefeldern des Gran Sasso
d'ltalia und der
Majella.
Die vier Provinzhauptstädte, L'Aquila - Chieti - Pescara -Teramo und
viele andere Orte haben in alten Zeiten sehr bedeutende Rollen gespielt, und man
kann noch heute viele kunsthistorische Schätze, archäologische Überreste,
Museen, Kathedralen, Schlösser, Aquädukte und Brunnen bewundern: Zeugen eines
fortlaufenden, arbeitsreichen Lebens auf Meeren, Feldern und Berge. Überall in
der Region werden viele Handwerkszweige ausgeübt, angefangen von der
Keramikkunst von Castelli, der Holzverarbeitung von Pretoro, der Likörproduktion
von Casàuria bis zu den Goldschmiedearbeiten von Scanno. Das sind nur einige
Beispiele, wobei sich bei manchen der Ursprung sogar bis in die
frühgeschichtlich Zeit zurückverfolgen lässt. Jedes Jahr kennzeichnen tausende
von verschiedenartigen Festen Lieder und Traditionen das abruzzesische Volk.
Diese Traditionen aus der Zeit der Feld und Hofarbeiten wurden von
wohlorganisierten und vielstimmigen Chören und Folkloristischen Gruppen
übernommen. Das alles geschieht zu Füssen des Nationalparks der Abruzzen, wo
noch ein Stückchen unberührter Natur erhalten ist. Eine faszinierende Region der
lebendigen Kontraste, mit Alt und Neu, in welcher noch die ererbte Achtung vor
der Tradition lebt, wo der Mensch seine wesentlichen Gaben noch nicht eingebüsst
hat. Dort, zwischen dem Norden und dem Süden, auf uralten Strassen, welche die
Adriaküste mit Rom verbinden, haben die Abruzzen ihre Bedeutung als "Scharnier
Italiens" zurückgewonnen und schmelzen in bewundernswerter Weise im Tiegel der
eigenen Geschichte Kontraste und Akkorde, so wie sie das Leben des Landes
bestimmt haben.
In den Abruzzen spielt die Natur eine sehr wichtige Rolle, darum
findet man auch in den typischen Gerichten viele natürliche Zutaten. Und welcher
könnte der höchste gastronomische Ausdruck einer Region sein, deren Wirtschaft
jahrtausendelang auf die Schäferei gegründet war? Das Lamm natürlich: agnello
cacio e uova (Lamm mit Käse und Ei), agnello alla brace (auf Holzkohlen
gebratenes Lamm), arrosticini (Schaffleischspieße), pecorino (Schafskäse) und
castrato (Hammelfleisch); mit Schaffleisch gekochte Sosse wird für die Makkaroni
„alla chitarra" benutzt, eine Art handgemachter Eiernudeln, die auf einem
Holzrahmen mit Stahldräten zubereitet werden, welches einer Gitarre ähnelt. Auch
Wurstwaren aus den Abruzzen sind sehr bekannt: die Ventricina di Guilmi, die
Ventricina di Crognaleto und die Mortadelline di Campotosto. Man findet auch
eine grosse Auswahl an Süßigkeiten, wie die Cagginetti (Weihnachsgebäck), der
Parrozzo, der seinen Namen dem Dichter Gabriele D‘Annunzio verdankt, der
österliche Fiadone, die Pizzelle, die weichen Sise di Monaca in Guardiagrele,
die Cellucci in Villa Santa Maria, die Neole in Ortona, der Pan dell‘Orso in
Scanno. Einige Spezialitäten aus der Provinz Teramo sind in ganz Italien
bekannt, die scrippelle ‚mbusse und die Frühlingssuppe der virtu‘ (mit einer
grossen Pasta-und Gemüseauswahl).
An der Küste hingegen stehen Fischgerichte an erster Stelle, wie zum Beispiel
die Fischsuppe aus Pescara und Vasto oder den scapece alla vastese. Weitere
weltberühmte Spezialitäten der Region sind die Lakritze von Atri, der Safran von
Navelli, und die Trüffel.
Diese typischen Gerichte sollten mit guten Weinen serviert werden; die
hervorragenden Weine aus den Abruzzen werden weltweit geschätzt: der
Montepulciano d‘Abruzzo mit seiner reinen Farbe und seinem entschiedenen
Geschmack, der erlesene Cerasuolo d‘Abruzzo d‘Abruzzo und der Trebbiano
d‘Abruzzo, immer erfrischend und einladend, ergänzen jedes Gericht, das
der Tradition entstammt. In der Gegend von Teramo wird der rare Weißwein
Montonico della Val Vomano erzeugt. Die wichtigsten Weingebiete liegen bei
Tollo, Ortona, Miglianico, Casalbordino, Controguerra und Roseto, in der Ebene
von Ofena und das Val Pescara. Natürlich dürfen wir das Olivenöl aus den
Abruzzen nicht vergessen: es ist wohlriechend, klar und fruchtig, kurz, das
Richtige für Feinschmecker. Der Wein und das Olivenöl sind in der gesamten
Region ausgezeichneter Güte.
Man könnte noch mehrere Seiten füllen mit Beschreibungen von
Spezialitäten. Es soll aber für den Moment genug sein. Lassen wir lieber mit den
beschriebenen Gerichten ein wenig daraus spüren auch wenn wir nicht ganz an das
herankommen wenn wir es direkt in der Region geniessen
könnten.
Apulien, eine Symposion der Sinne
Die langgezogene Region – Puglia, wie die Italiener sagen – erstreckt
sich vom 70 Kilometer weit ins Meer hineinragenden Stiefelsporn bis in die
Spitze des Absatzes. Am äussersten Ende des Sporns steht ein gewaltiger weisser
Monolith, des „Pizzomunno“, der die „Spitze der Welt“ genannt wird. Majestätisch
trotzt er hier der Brandung des Mittelmeers. Einst soll er ein schöner Jüngling
gewesen sein, der den Frevel begangen hatte, sich in die Meergöttin zu
verlieben. Die Region ist voll von solchen antiken Mythen, denn Apulien war
einst eine Provinz Griechenlands. Auch der Hafen Vieste, am Rande des riesigen
Nationalparks Gargano, ist eine griechische Gründung und damit eine der ältesten
Städte in der Provinz Foggia. Eine Besonderheit sind auch die weissen
Spitzdächer der Trulli, sie scheinen manchmal wie Trauben aneinander zu hängen.
Zu finden sind sie vor allem im Itria-Tal zwischen Locorotondo und Alberobello
wo ganze Trulli-Gassen bewundert werden können.
Auch wenn Apulien wirtschaftlich bittere Zeiten erlebt hat, lieben die
Menschen ihr Land und sind stolz auf ihre bodenständige, ländliche Tradition.
Einfach, rustikal und unbeschwert präsentiert sich auch die apulische Küche.
Abgesehen von würztechnischen Feinheiten (im Norden eher Knoblauch und im Süden
Zwiebeln) lassen sich durchaus Grundelemente der gesamtapulischen Küche
ausmachen. Da Apulien die Kornkammer Italiens ist, liefert die Region einen
Grossteil des Hartweizens, den man in ganz Italien zur Herstellung der pasta
secca benötigt. Daneben werden in den sorgsam bewässerten Ebenen Apuliens
Tomaten, Zucchini, Brokkoli, Paprika, Kartoffeln, Spinat, Auberginen, Rosenkohl,
Fenchel, Zichorien und Hülsenfrüchte wie Ceci (Kichererbsen), Linsen und Bohnen
angebaut. Gemüse spielt somit eine wichtige Rolle in der apulischen Küche.
Nicht zu vergessen ist das Olivenöl. Apulien, der grösste Ölproduzent
Italiens, füllt mit seinem würzig-fruchtigen, säurehaltigen Öl nicht nur die
Regale des Nordens, sondern exportiert sein „grünes Gold“ auch ins europäische
Ausland.
Die schlichte Küche Apuliens arbeitet also mit durchaus vielfältigen
Zutaten – und die Philosophie des Genusses hat man sich vor über 2500 Jahren
eben von den Griechen abgeschaut....auch heute noch sind apulische Festtage ein
Ereignis für die Sinne: mit viel Fröhlichkeit, knusprigem Lamm- oder
Ziegenbraten, herzlicher Freundschaft, würzigem Käse, gutem Wein und unglaublich
süssen dolci! Ein echtes Symposion eben.
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